Haus der Kindheit

Struktur im Haus der Kindheit

Alle Kernfächer (Deutsch, Mathematik, Englisch) werden im „Haus der Kindheit“ in allen Lernjahren jeweils vierstündig unterrichtet. Zusätzlich wählen alle Schülerinnen und Schüler jede Woche eines der drei Kernfächer aus, in dem sie 2 weitere Unterrichtsstunden im Rahmen der Kompetenzrasterarbeit besuchen. Der Unterricht in den Kernfächern unterteilt sich in den Kompetenzrasterunterricht und die Kompaktkurse (je 2 der 4 Unterrichtsstunden des Faches).
Der Kompetenzrasterunterricht findet an 4 Tagen in der Woche jeweils eine Doppelstunde lang gleichzeitig in allen drei Klassen einer Säule statt, je eine Klasse hat Deutsch, Mathematik bzw. Englisch. An drei Tagen arbeiten die Schülerinnen und Schüler in ihrem Klassenverband. Im Fachraum gibt es einen Schrank mit dem gesamten Material, das für das individuelle Arbeiten im Rahmen der Kompetenzrasterarbeit benötigt wird (s.o.). Am 4.Tag mischen sich die Schülerinnen und Schüler der Säule und entscheiden, welches Fach sie in dieser Woche ein 2. Mal besuchen. Dieser „wahlfreie“ Termin kann von den Schülerinnen und Schülern gezielt genutzt werden, um die eigenen Stärken auszubauen, aber auch, um in einem Fach Lücken schneller aufzuarbeiten. An diesem wahlfreien Termin können leistungsstarke Schülerinnen und Schüler an gezielten Förderangeboten teilnehmen (derzeit z. B. der Besuch der „Mathe-Wettbewerbsgruppe“).

KR_HdK
Die Arbeit im Kompetenzrasterband dient vor allem der gezielten Weiterarbeit und dem Voranschreiten vom individuellen Lernstand aus.
In den Kompaktkursen findet der Unterricht dagegen am gemeinsamen Unterrichtsgegenstand statt. Hier werden die Themen des Bildungsplanes in systematischer Form und in einem von der Fachkonferenz beschlossenen Ablauf vermittelt. Dazu werden die drei Kernfächer an drei Tagen jeweils 1 Doppelstunde in jahrgangsbezogenen Gruppen innerhalb der Säule unterrichtet. Alle Schülerinnen und Schüler eines Lernjahres einer Säule treffen sich hier in einer gemeinsamen Lerngruppe.

KK_HdK
Der Unterricht in den Kompaktkursen stellt sicher, dass alle Bildungsplanthemen behandelt wurden. Dazu erscheint beim derzeitigen Entwicklungsstand der „Neuen Paula“ die Trennung nach Jahrgängen nötig. Perspektivisch ist in diesem Bereich eine Entwicklung in Richtung problembasierten, projektorientierten Unterricht angestrebt. Die von der Oberschulverordnung im § 9 (2) geforderte Fachleistungsdifferenzierung in Mathematik und Englisch findet im dritten Lernjahr im „Haus der Kindheit“ (entspricht der 7. Jahrgangsstufe) nur in individualisierender bzw. binnendifferenzierender Form statt. Damit dies gelingt, unterscheiden die neuen Kompetenzraster der Paula-Modersohn-Schule unterschiedliche Schwierigkeitsgrade und Grade der Komplexität bei gleichen Aufgaben-stellungen. Diese Unterscheidung wird in den Rastern anhand von „Sternen“ (*, **, ***) deutlich. Die differenzierenden Anforderungen der Bildungspläne sind dementsprechend eingearbeitet, wobei Aufgabenstellungen auf dem „Ein-Stern-Niveau“ die regulären Ansprüche unterschreiten. Die Kompetenzraster der „Paula“ wurden in Anlehnung an andere Raster aus dem deutsch-sprachigen Raum in Spalten unterschieden, die mit Buchstaben gekennzeichnet sind. Da die Arbeitsweise durch die Kompetenzraster hochindividualisiert ist, findet bei der Kursempfehlung und der zukünftigen Kurszugehörigkeit auch der Arbeitsstand Beachtung, also wie weit das Kompetenzraster durchlaufen ist. Durch die Definition eines Mindestmaßes an erbrachten Leistungsnachweisen finden neben den qualitativen Aspekten bei der Kurs-zugehörigkeit auch quantitative Elemente Beachtung. Insgesamt bleibt durch dieses Vorgehen eine erkennbare Parallelität zu den Bildungsplanvorgaben für die jeweilige Jahrgangsstufe.

Diese Differenzierung findet sowohl in den Kompetenzrasterstunden als auch in den Kompaktkursen ihren Ausdruck. Regelschülerinnen und -schüler im Grundkurs arbeiten überwiegend auf „Zwei-Sterne-Niveau“, können aber im Einzelfall nach oben oder unten davon abweichen. Schülerinnen und Schüler, die durchgängig auf dem „Ein-Stern-Niveau“ arbeiten, unterschreiten den Regelstandard und werden lernzieldifferend unterrichtet. Schülerinnen und Schüler im Erweiterungskurs arbeiten überwiegend auf „Drei-Sterne-Niveau“, können aber im Einzelfall nach unten abweichen. Durch diese Vorgehens-weise ist nicht nur die Kursempfehlung für alle Beteiligten transparent und selbsterklärend. Auf der Basis unserer Erfahrungen in der traditionellen Gesamtschularbeit erwarten wir von diesem Verfahren insbesondere eine erhöhte Durchlässigkeit von den Grundkurse zu den E-Kursen, aber auch eine bessere Selbstregulierung bei Kindern und Jugendlichen, die in den E-Kursen in ihren Leistungen drohen nachzulassen.

Mit Ausnahme der drei Kernfächer werden alle Fächer in jahrgangsgemischten Lerngruppen erteilt. Die Inhalte des Bildungsplans sind in diesen Fächern von den Fachkonferenzen so verteilt worden, dass sie sich in einem Dreijahresrhythmus wiederholen. So ist gewährleistet, dass ein Schüler jedes Thema während seiner Zeit im „Haus der Kindheit“ durchläuft, allerdings variiert, in welchem Lernjahr das geschieht. Die in den Bildungsplänen vorgesehenen Themen der Jahrgangsstufen 7/8 wurden dabei aufgeteilt und zum einen Teil dem „Haus der Kindheit“, zum anderen Teil dem „Haus der Jugend“ zugeordnet.